Ach Mensch. Meinen Plan, alle 9 Oscar-nominierten Filme in der Best Film Kategorie durchzusprechen, bevor die Oscars laufen, hab ich um volle 7/9 verpasst. Wird vielleicht noch nachgeliefert, aber heute Nacht steht erstmal die Show an. An dieser Stelle werde ich LIVE meine Kommentare zum Geschehen abgeben – und es sicherlich morgen auf Arbeit bereuen. Wieso muss das auch immer Sonntags stattfinden?

Richard Linklater ist für seine außergewöhnlichen Filmkonzepte bekannt. In Waking Life kombinierte er reales Schauspiel mit einem einzigartigen Trickfilmlook und in der Before-Trilogie erzählt er die Geschichte eines Paares in einem Zeitraum von 21 Jahren, wobei er alle 7 Jahre einen Film mit den gleichen Schauspielern gedreht hat. Sein neuester Film verfolgt dieses Konzept in noch größerer Konsequenz: Boyhood verfolgt das Erwachsenwerden des Jungen Mason (Ellar Coltrane) vom 6. bis zum 18. Lebensjahr.

Lieber Clint Eastwood, was ist denn da passiert? Dem Regisseur sind in der Vergangenheit sehr einfühlsame, kluge und kritische Reflexionen von Gewalt gelungen – allen voran “Erbarmungslos” und “Gran Torino”. American Sniper versucht sich ebenfalls daran, die Auswirkungen von Gewalt auf persönliche Schicksale zu zeigen, bleibt dabei aber seltsam oberflächlich und unentschlossen.

Oberflächlich betrachtet bringt „her“ vieles mit, um sich darüber lustig zu machen. Ein Mann verliebt sich in seinen Computer – und sieht dabei mit seiner großen Brille mit den runden Gläsern und Schnauzbart auch noch aus, wie eine lebendig gewordene Faschingsmaske. Es gehört zu den großen Stärken des neuesten Films von Spike Jonze (Being John Malkovich, Wo die wilden Kerle wohnen), dass man ihn trotz der scheinbar aberwitzigen Prämisse zu jeder Minute ernst nehmen kann.